Historische AugenBLICKE

Historische AugenBLICKE

Historische AugenBLICKE - Verschönerung der Stromkästen, ein geminschaftliches Projekt der Stadt Sendenhorst und den Heimatvereinen Sendenhorst und Albersloh - laden dazu ein, den Wandel unserer Stadt sichtbar zu machen – direkt im öffentlichen Raum.

St. Josef-Haus

St. Josef-Haus 1993 St. Josef-Haus in Albersloh
Die Bildfolge zeigt die Entwicklung des St. Josef-Hauses in Albersloh von älteren Bestandsaufnahmen über die Bauphase bis hin zur späteren Nutzung als Ort der Begegnung. Die Aufnahmen dokumentieren wichtige Stationen der Geschichte des Hauses und machen den Wandel des Gebäudes im Ortsbild sichtbar. Die ältere Aufnahme von 1993 und die spätere Ansicht zeigen, wie stark sich das St. Josef-Haus im Laufe der Jahre verändert hat. So wird nicht nur die bauliche Entwicklung, sondern auch die neue Einbindung in das Gemeindeleben sichtbar. Spatenstich 2002

Mit dem Spatenstich im März 2002 begann eine neue Phase in der Geschichte des Hauses. Der Baubeginn markierte den sichtbaren Auftakt für die bauliche Erneuerung und die zukünftige Ausrichtung des Standortes.
Grundstein 2002 Die Grundsteinlegung im September 2002 war ein weiterer bedeutender Meilenstein. Der Grundstein selbst steht symbolisch für Aufbruch, Hoffnung und den Willen, dem Ort eine neue Zukunft zu geben. Grundstein 1, 2002 Mehrere Aufnahmen halten die Grundsteinlegung aus unterschiedlichen Perspektiven fest. Sie zeigen die Beteiligten, die Stimmung des Tages und die Bedeutung dieses Ereignisses für Albersloh. Grundstein 2, 2002 Zusammen vermitteln die Bilder vom Grundstein und von der Grundsteinlegung ein dichtes Bild der Bauphase und dokumentieren den Übergang vom alten Bestand zur neuen Nutzung.
Tag der offenen Tür 2003

Der Tag der offenen Tür machte die neuen Räume für Besucherinnen und Besucher erlebbar und öffnete das Haus für die Öffentlichkeit. Eröffnung und Altarweihe 2003 Mit der Eröffnung und der Altarweihe im Oktober 2003 erhielt das St. Josef-Haus seine neue Bestimmung auch offiziell. Die Feierlichkeiten unterstrichen die Bedeutung des Hauses für das kirchliche und gemeinschaftliche Leben in Albersloh. Abbruch Altbau 2003 Der dokumentierte Abbruch des Altbaus im Jahr 2003 zeigt zugleich den Abschied von älteren Gebäudeteilen. Solche Einschnitte gehören zur Geschichte des Hauses ebenso wie die neuen Anfänge.

Brunneneinweihung im Atrium 2004 Auch die Gestaltung des Umfeldes spielte eine wichtige Rolle. Die Brunneneinweihung im Atrium im Jahr 2004 steht für die weitere Ausformung des Hauses als Aufenthalts- und Begegnungsort.

Schützenfest am St. Josef-Haus Das St. Josef-Haus war und ist nicht nur ein Gebäude, sondern auch ein Ort des Gemeinwesens. Veranstaltungen und Feste zeigen, dass das Haus eng mit dem öffentlichen und sozialen Leben in Albersloh verbunden ist. So entsteht insgesamt ein vielschichtiges Bild des St. Josef-Hauses: als historischer Ort, als Bauprojekt und als lebendiger Treffpunkt für die Menschen im Ortsteil Albersloh.
Ergänzende Materialien wie Logos oder Dokumentationsbilder gehören ebenfalls zur Überlieferung der Geschichte des Hauses. Sie können später noch durch genauere Bildunterschriften und zusätzliche Informationen ergänzt werden.

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Kasten vorher und nach der Umgestaltung

Kirche St. Ludgerus

Pfarrkirche St. Ludgerus Das Vorbild der Alberloher Kirche im Kaiserdom Lothars III.
Die im Westfälischen untypische Eigenart des Chorturms gibt einen Hinweis auf das Alter der Kirche. Sie dürfte in dem Kaiserdom Lothars III. von Süpplingenburg (1125-1136) in Königslutter ihr Vorbild haben. Der Sachsenherzog Lothar, der 1125 zum deutschen König aufstieg und 1133 in der Lateranbasilika in Rom zum Kaiser gekrönt wurde, wandelte 1135 ein Augustinerinnenstift in Königslutter in ein Benediktinerkloster um und bestimmte dessen Kirche zu seiner Familiengrabstätte. Er selbst legte 1135 mit seiner Gemahlin Richenza den Grundstein zur Kirche, erlebte aber deren Fertigstellung nicht mehr, da er Ende 1137 starb.

Kaiserdom Königslutter Seine Beisetzung am Silvestertag 1137 und die seiner Gattin Richenza 1141 sowie seines Schwiegersohnes Heinrich des Stolzen 1139, Herzog von Bayern und Sachsen, erfolgten in Königslutter, wahrscheinlich zunächst in einer Vorgängerkirche. Erst um 1150 scheint der Ostteil der neuen Klosterkirche fertig gewesen zu sein, der sich als repräsentatives Kirchenbauwerk mit dreischiffigem basilikalem Chor und einem breiten anschließenden Querhaus mit einem achteckigen Vierungsturm in der Mitte ausnimmt. Dem Querhaus ist nach 1150 ein flachgedecktes dreischiffiges Langhaus ohne besondere Schmuckformen angesetzt worden, das dem Geist des benediktischen Reformmönchtums Hirsauer Prägung entspricht.

Nordportal Königslutter In der im Unterschied dazu ausladenden spätromanischen Ostgestaltung der Kirche mit ihrem reichen Kapitell- und Figurenschmuck bringt diese – wie die Kaiserdome der Sachsen und Salier in Magdeburg und Speyer – die Herrscherwürde Lothars als deutscher König und als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zum Ausdruck. Oberitalienische Baumeister aus Ferrara, Verona, Piacenca haben dabei offensichtlich mitgewirkt. Die Chorturmkirche in Albersloh folgt offenkundig auch in ihrer wesentlich bescheideneren Dimension und einer bescheideneren figuralen Ausschmückung, die sich zum Teil noch erhalten hat, dem großen Vorbild des Kaiserdomes in Königslutter.

Westportal Königslutter Sie ist die Eigenkirche eines ritterbürtigen Adelsgeschlechtes, das sich mit dem Gotteshaus zugleich seine Grablege schafft und in dem achteckigen Chorturm das ostsächsische Beispiel nachahmt. Außerdem zeigt auch das noch erhaltene Portal der romanischen Chorkirche in Albersloh Ähnlichkeit mit dem Nordportal des Querhauses in Königslutter. Diese Nachahmung des Kaiserdomes in Ostsachsen in Albersloh spricht für ein bemerkenswertes Selbstverständnis des Geschlechtes, das auch aus den bei Ausgrabungen entdeckten Fundresten spricht: figürliche Buntglasreste, ein bronzener Leuchterfuß und weitere Funde.

Grundriss Kirche auf Chorturmkirche Die Dorf- und Kirchenentwicklung seit dem Mittelalter
Will man auf der Grundlage der wenigen Nachrichten eine Entwicklung des Dorfes Albersloh im Mittelalter zeichnen, so kann man davon ausgehen, dass mit der karolingischen Durchdringung und Missionierung des Landes am Ende des 8. Jahrhunderts in der Nähe des Übergangs der Straße von Beckum und Ahlen nach Münster sich eine Siedlungsverdichtung ergab, die um 1000 zu einer ersten Kirchengründung hier führte. Vor 1150 hat eine zweite Kirchengründung zu einer weiteren Siedlungsverdichtung geführt, mit der möglicherweise der Name des Ortes Alberloh verbunden ist.

Grundriss Chorturmkirche Die Verbesserung der klimatischen Verhältnisse seit der Karolingerzeit bis zur Stauferzeit im 12. und 13. Jahrhundert sowie technische Neuerungen haben zu einer höheren Produktivität der Landwirtschaft geführt und die Bevölkerungszahl um etwa das Dreifache zwischen 800 und 1200 ansteigen lassen. Das ist auch an den dörflichen Kirchenbauten des Mittelalters ablesbar. An die Stelle einschiffiger romanischer Saalkirchen traten nun dreischiffige Basiliken oder in gotischer Zeit ausgedehnte und mit großen Fenstern versehene lichtdurchdrungene Hallenkirchen, die zu einer mehrfachen Vergrößerung der Kirchenfläche für die gewachsene Ortsbevölkerung führten. Zeitschichten des Baus Dies ist auch am Beispiel von Albersloh festzustellen, wo um 1250 die romanische Chorturmkirche fast um das Sechsfache vergrößert und zu einer gotischen Hallenkirche erweitert wurde. Hinter dieser repräsentativen Vergrößerung der Kirche könnte die Domkantorei in Münster stehen, die zu dieser Zeit sich die Kirche Albersloh inkorporierte. Dadurch wurde aus der früheren Eigenkirche eine öffentliche Pfarrkirche.
Kirche St. Ludgerus 1964 Diese Kirche diente der Pfarrgemeinde über 700 Jahre bis 1964 als Gotteshaus, wurde dann aber für das nach 1945 stark vergrößerte Dorf zu klein, so dass man die Kirche durch einen großen östlichen Anbau mit einer Chorapsis erweiterte. Während man anderwärts bei notwendigen Kirchenerweiterungen die Altbauten niedergelegt und durch vollständige Neubauten ersetzt hat, ist Albersloh schon seit mittelalterlicher Zeit den Weg eines verständnisvollen Kompromisses gegangen, Vorgängerbauten nicht zu vernichten, sondern in geeigneter Weise in Neubaulösungen einzubeziehen und zu erhalten. Dadurch ist Albersloh heute ein frühes Beispiel kirchlicher Denkmalpflege seit dem Mittelalter.

Kirche Albersloh um 1890 Die romanische Kirche und der Ortsname
Die romanische Kirche ist ohne Zweifel der baugeschichtlich interessanteste Teil des Gebäudes. Es handelt sich bei ihr um eine Eigenkirche, die ursprünglich als Grablege des Erbauers und seiner Familie gedacht war. Man kann bei ihm an das ritterbürtige Geschlecht derer von Albersloh denken, das 1171 mit einem Namensträger Woldericus de Albrecteslo namentlich fassbar wird. Doch war dieser Namensträger Lehnsinhaber des bischöflichen Haupthofes Schulze Bisping in der Bauerschaft Alst. Ein älteres Mitglied der Familie, das den Namen Albrecht getragen haben muss, dürfte der Gründer der Kirche gewesen sein.

Vom Ostsankt Er gab als damals bedeutendster Bewohner des bereits aus mehreren Höfen bestehenden Ortes diesem seinen Namen. Der Name setzt sich zusammen aus dem Grundwort „lo“, das eine Bezeichnung für Wald ist, und einem Personennamen Albrecht als Bestimmungswort. Das ergibt die Erklärung „Wald im Besitz des Albrecht“, wobei das Grundwort lo oder loh eine Vielfalt von Waldformen und Waldnutzungen bezeichnen kann. Südliche Seitenschiff Der Grundriss der romanischen Kirche, der bei Grabungen im Kircheninneren 1965 näher erforscht werden konnte, zeigt den Typ einer einschiffigen Saalkirche, wie er seit karolingischer Zeit bis ins 12. Jahrhundert in Westfalen und anderswo im Kirchenbau verwandt wurde. Doch lässt der Grundriss eine klare Gliederung in einen Chorteil mit Apsis und einen westlich anschließenden etwas größeren Saalteil erkennen. Darin unterscheidet er sich von dem allgemeinen Typus der Saalkirche.

Grundriss JPG Bemerkenswert ist dabei, dass sich über dem quadratischen Chorbereich ein repräsentativer achteckiger Chorturm erhebt, der die Bedeutung der Kirche gegenüber anderen Kirchen der Zeit erkennbar heraushebt und für die Zeit in Westfalen untypisch ist, also anderswo her sein Vorbild haben muss. Diese Heraushebung geht auf eine besondere Funktion der Kirche zurück: sie war neben der Funktion eines Gotteshauses für die Stifterfamilie zugleich die Grablege des Gründergeschlechtes. Das verdeutlichen die innerhalb des romanischen Baus gefundenen Gräber im Westen der Saalkirche, im Durchgang zum Chorraum und im Chorraum selbst.

Modell Nachbildung Eine frühere romanische Kirche in Albersloh
Die in den Jahren vor 1150 entstandene Chorturmkirche ist jedoch nicht die erste Kirche in Albersloh gewesen. Vielmehr haben Ausgrabungen unter dem Mittelschiff und dem nördlichen Seitenschiff einen mittelalterlichen Friedhof nachgewiesen, der den Rückschluss zulässt, dass der Chorturmkirche bereits ein früherer romanischer Kirchenbau vorangegangen ist. Dieser scheint exakt unter den Grundmauern der romanischen Chorturmkirche zu liegen, reicht nach Westen jedoch mit einem turmartigen Element darüber hinaus.

Die Datierung dieses Vorgängerbaus ist ungewiß. Er könnte noch bis in den Anfang des 11. Jahrhunderts reichen und wäre damit für den ländlichen Bereich des Münsterlandes ein sehr frühes Gotteshaus gewesen, da die Mehrzahl der mittelalterlichen Dorfkirchen hier erst im 12. und 13. Jahrhundert entstanden ist, also erst rund vierhundert Jahre nach der karolingischen Mission Ende des 8. Jahrhunderts in Westfalen. Diese frühe Kirche könnte in den Wirren des ausgehenden Investiturstreits, die Westfalen insbesondere in den Jahren 1118 bis 1124 erfassten, zerstört worden sein, so dass ein völliger Neubau notwendig wurde, der allerdings einem anderen Baumuster folgte, nämlich dem einer Begräbnis- und Chorturmkirche.
Die Bildfolge ergänzt den Text durch Ansichten, Grundrisse und Vergleichsbilder und macht die Bauentwicklung der Kirche St. Ludgerus in Albersloh anschaulich nachvollziehbar.

Kasten vorher und nachher

Kordt Elberfeld

Von links: Gasthof Antonius Elberfeld, heute Kirchplatz 12. Nach dem Großbrand 1897 wurden die hier vorher stehenden Giebelhäuser der Familien Kipp, Schwarte und Hummel vernichtet. Hier entstand um 1900 das Haus Elberfeld, welches 1909 mit einem Saal erweitert und1932 zur Gastwirtschaft umgebaut wurde. Seit 1999 befindet sich im ehemaligen Gasthof Elberfeld eine Pizzeria. Im rechts angrenzenden Saalbau hat eine Bäckerei mit Cafe und Bistro Einzug gehalten.

Das Fachwerkhaus Möllenkamp (heute Wermelt), Kirchplatz 11, wurde 1949 abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus in Ziegelbauweise ersetzt. Später erfolgten der Anbau und die mehrfachen Erweiterungen des heutigen Supermarktes. Das Fachwerkhaus von Franz Ewers (heute Hellmann), Kirchplatz 10, ist eines der ältesten Gebäude am Kirchplatz. Es überstand den Großbrand 1897. Hier war jahrzehntelang die Sattler- und Polsterei von Johann Terhaar ansässig, bis Eva und Bernd Hellmann das Gebäude 1993 erwarben.

Dieses Foto, das um 1910 entstand, zeigt den Gasthof August Kordt. Das Gebäude wurde 1903 von August Kordt geplant und anschließend gebaut. Hier fand der am 09.02.1886 gegründete Spar- und Darlehnsverein – Vorgänger der heutigen Volksbank Münster eG. - unter der Rendantin Lisa Kordt seinen langjährigen Standort. 1956 erfolgte der Umzug des Geldinstitutes in das jetzige Bankgebäude am Teckelschlaut 9.

1927 ließ die Familie Kordt ein Stallgebäude und einen Saal anbauen, in dem unter anderem der Albersloher Tischtennisverein seine Turniere durchführte. Die Turnerinnen und Turner des Dorfes und der Volksschule hielten hier ihre Übungseinheiten ab, das Plattdeutsche Theater der Albersloher Landjugend sorgte mit seinen begnadeten Schauspielerinnen und Schauspielern für viele heitere Abende.

1992 ließ Bauherr Kurt Mersmann den Saalbau entlang der Sendenhorster Straße abreißen und durch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ersetzen. Heute beherbergt das Gebäude Kirchplatz 1 mit dem Anbau an der Sendenhorster Straße zehn Wohnungen, ein Werbestudio, eine Zahnarztpraxis und ein hochwertiges HiFi-Geschäft.
Dieser Kasten wurde gesponsort von: Die Firma Mersmann Moden unterstützt dieses Projekt und wird Pate dieses besonderen „historischen Augenblicks“.

Bahnhofsstraße 4

Die Bahnhofstraße – die kürzeste Dorfstraße – erstreckt sich von der Kreuzung Wolbecker Straße / Teckelschlaut bis zum Bahnübergang der WLE. ´Wie fast alle Straßen im Dorf, gab es auch hier ein reichhaltiges Geschäfts- und Handwerkswesen. Direkt im Kreuzungsbereich befindet sich das 1822 errichtete Schulgebäude „Rote Schule“ mit Lehrerwohnungen. Nebenan befand sich das für drei Personen ausgelegte Gefängnis. Es folgte das Kolonialwarengeschäft Engelbert Heichrichs mit Vieh- und Landhandel und öffentlicher Waage.

Direkt vor den Schienen befindet sich das Wohnhaus der Familie Rüschenschmitt, früher: Teillager der Firma RÜTÜ.

Im Kreuzungsbereich der anderen Straßenseite befand sich die Schmiede Vilain mit Hufschmied und Wagenbau. Im weiteren Verlauf: Schusterei Bitter, Lebensmittelgeschäft Hiegemann (Theo Hiegemann belieferte mit seinem dreirädrigen Milchwagen Dorf und Bauernschaften), Elektro Hesselmann, nach Ortswechsel: Heißmangel, später Blumen im Gebäude der Familie Roling, Thekenbau und Schreinerei Rose, Bahnhofgaststätte Geschermann mit Kohle-, Ölhandel und öffentlicher Waage und letztendlich das Bahnhofsgebäude der WLE.
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Wiemhove


Nachkamp 27

Mein Name ist Anne Vorderderfler geb. Rosery und ich bin am heutigen Rohrlandweg in Albersloh aufgewachsen. Folgendes kann ich über die Geschichte des Rohrlandweges berichten: Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute die Familie Westermann dort, wo sich das jetzige Bauunternehmen Rosery befindet, eine neue Hofstelle, sowie Lagerräume für das bereits bestehende Baugeschäft. Das Stammhaus, der alte Rüschenkotten, der sich ursprünglich 150 m weiter östlich befand, hatte seine Zuwegung von der Alverskirchener Straße aus und war infolge eines Blitzschlags abgebrannt. Von der Sendenhorster Straße führte eine geschotterte Straße am Haus Wiewel (früher Kofoth) vorbei über die Gleise der WLE direkt geradeaus zur Familie Westermann und setzte sich als Feldweg bis zum Hof Witte fort.Das Haus Wiefel gehörte noch zur Sendenhorster Straße, das Anwesen Westermann-Rosery seit jeher zur Dorfbauerschaft 2. Ein unbedeutender, unbefestigter Feldweg bog direkt hinter den Schienen nach links zur Alverskirchener Straße ab. Da einmal jährlich die „kleine Prozession“ hierüber führte, wurde der Weg nach Auskunft meiner 97 jährigen Tante Elisabeth Westermann im Volksmund „Prozessionsweg“ genannt. Die Bezeichnung Rohrlandweg war nicht geläufig. Der gesamte Bereich rechts und links neben dem Feldweg war unbebaut und bestand aus Wiesen und Feldern. Bis 1960 schaute man von Westermann-Rosery ungehindert auf die Alleebäume der Alverskirchener Straße. Erst in den 60er Jahren entstand die Siedlung mit den 5 Nebenstraßen Königsberger-, Breslauer-, Berliner-, Danziger- und Stettiner Weg und dem neu ausgebauten Rohrlandweg. Im östlichen Bereich des Feldwegs lauteten die alten Flurnamen lt. meinen Unterlagen Poggenkamp, Kohkamp, Roggenkamp, Graute Rüschenkamp und Kisken. Auf der Umschlagseite der Festschrift zum Ortsjubiläum 825 Jahre Albersloh steht für die westliche, linke Fläche des Feldwegs „Nie Rohland“. Ob der jetzige Straßenname daran angelehnt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Viele Grüße allen Lesern dieser Notiz wünscht Anne Vorderderfler
Dieser Kasten wurde gesponsort von: Diese historischen AugenBLICKE wurden gesponsort von: Anne Vorderderfler

Bartmann

Vom Leben auf der Siegen- oder Ziegenstroht Die Sendenhorster Straße und deren Häuser zeugt von alten Zeiten / Heinz Bartmann erzählt. Wie die Sendenhorster Straße mit ihren Häusern früher einmal ausgesehen hat und wie sich das Alltagsleben dort abspielte, daran kann sich Heinz Bartmann nur zu gut erinnern. Der 1936 in Albersloh geborene Bartmann wuchs in der Straße auf, die vielen Alberslohern noch als Ziegenstraße bekannt ist. „Nach dem Volksmund wohnten wir ‚up de Siegenstroht‘, also der siegten (seichten) Straße und nicht auf der Ziegenstroht, wie fälschlicher Weise von den Alberslohern behauptet wurde, wenn sie uns ärgern wollten. Zumal viele Familien, die dort wohnten, die ‚Kühe des kleinen Mannes‘, also Ziegen, hielten“, erklärt Heinz Bartmann. Er hat sich ausgiebig mit der Geschichte der Sendenhorster Straße befasst und sie aufgeschrieben - ein Zeitdokument, das die Vergangenheit lebendig werden lässt. Gleichzeitig hat er eine Erklärung dafür, warum die Straßen mit so ungewöhnlichen Namen betitelt wurden: „Die Gemeinde Albersloh hatte früher keine Straßenbezeichnungen. Die Häuser hatten alle die Bezeichnung „Dorf“ und wurden wohl seinerzeit durchlaufend nummeriert. Mein Elternhaus war ‚Dorf 79‘ – heute Sendenhorster Straße 33.“ Erst Ende der 50er / Anfang der 60er Jahre sei das Dorf amtlich in Straßen aufgeteilt worden, ergänzt Bartmann. „Auf der Sendenhorster Straße waren fast alle Handwerksbetriebe vorhanden, die für das tägliche Leben wichtig waren“, erinnert sich Heinz Bartmann und zählt neben mehrere Schmieden, Schuhmachern und anderen Handwerksbetrieben Lebensmittelgeschäfte, Landhandel und Versicherungen auf. In dem heute unter Denkmalschutz stehenden Haus Sendenhorster Str. 17, das im 18. Jahrhundert errichtet wurde, befand sich die Schneiderwerkstatt der Familie Fischer. Noch heute erinnert auch die Inneneinrichtung detailgetreu an vergangene Zeiten. Über das ehemalige Kopfsteinpflaster der „Siegenstroht“ fuhren erst Pferdefuhrwerke und Bollerwagen, später aber auch Panzer. An die Kriegsjahre kann sich Heinz Bartmann noch gut erinnern: „Wenn Bombenalarm war, mussten wir mit den Erwachsenen in den Krankenhauskeller. Später hatten Nachbargemeinschaften sich selber Bunker gebaut. Mein Bruder Paul und ich hatten die Aufgabe unseren jüngsten Bruder, der im Wäschekorb lag, zu tragen.“ Weiter berichtet er aus seiner Kindheitserinnerung: „Während des Krieges waren alle Hauseigentümer von den NS-Behörden gezwungen worden, Hakenkreuzfahnen anzuschaffen. Mein Vater wollte die Fahnen sofort nach dem Einmarsch der Amerikaner im Leimofen verbrennen. Bevor es dazu kam, hatte meine Mutter das Hakenkreuz herausgeschnitten und angemerkt, von dem Rest könne sie noch gut Taschentücher nähen. In der der nächsten Zeit hatten wir oft schöne rote Taschentücher.“ Heinz Bartmann hat die Kriegsbilder noch genau vor Augen: „Als die Amerikaner eingezogen waren, stand die ganze Straße voll Panzer, dicht an dicht. Die Soldaten winkten uns zu. Einige von uns haben es gewagt, angebotene Blockschokolade von den Soldaten anzunehmen. Ein Flugzeug vom Typ Fieseler-Storch tauchte am Himmel auf und wurde von den Panzern beschossen. Die Straße lag anschließend voll von Patronenhülsen, die wir einsammelten und damit spielten.“ So erinnert sich Heinz Bartmann noch an viele weitere Erlebnisse, die sich im Albersloh seiner Kindheit ereigneten. Einige Häuser der Sendenhorster Straße haben Brände und Kriege überstanden. Und auch die gute Nachbarschaft hält heute noch. Nur in einem Punkt ist man sich nicht ganz einig: heißt es nun Siegenstroht oder Ziegenstroht?
Text: Christiane Husmann

Der Name Teckelschlaut geht nach der im Artikel zitierten Deutung von Dr. Christof Spannhoff wohl nicht auf den Dackel („Teckel“) zurück. Das Grundwort „schlaut“ bezeichnet einen kleinen Teich, Tümpel oder eine moorige Vertiefung. Wahrscheinlicher ist, dass der Name ursprünglich „Teckenschlaut“ lautete und sich sprachlich zu Teckelschlaut wandelte; „tecken/Zecken“ hängt dabei mit dem mittelniederdeutschen Wort für Zecke zusammen. Gemeint wäre also sinngemäß eine moorige Senke mit Zecken, ein „Zeckentümpel“.
Willi Berheide schildert, wie arm und provisorisch es am Teckelschlaut und an der heutigen Sendenhorster Straße früher war:
Der Teckelschlaut sei früher eine der schlechtesten Straßen im Dorf gewesen. Es gab keinen Asphalt, dafür große Schlaglöcher. Gegenüber der Stelle, an der später das Krankenhaus gebaut wurde, habe ein Graben gelegen, in den Waschwasser und Fäkalien eingeleitet wurden. Das floss in Richtung Wagenbauer Seebröker ab, weshalb dort ein deutlicher Geruch in der Luft lag. Wo heute Wöstmann ist, hätten damals drei kleine, sehr ärmliche Häuser gestanden; mit Komfort und Hygiene sei es dort schlecht bestellt gewesen. Berheide erinnert an Dorforiginale: an Anna Balla Bott, über die ein Spottreim erzählt wurde, und an Bernd Menges, der seinen Stuhl auf den Herd stellte, um warme Füße zu bekommen.
Das Ehrenmal stehe erst seit 1955 am Teckelschlaut; vorher habe dort an der Kirche eine Kreuzigungsgruppe gestanden. Aus seiner Schulzeit erinnert er sich, dass der Teckelschlaut als schlechteste Straße im Dorf galt.
Zur Sendenhorster Straße erzählt Willi Berheide:
Sie habe früher „Ziegenstroht“ geheißen. Dort lebten viele Familien, die Ziegen hielten, die als „Kühe des kleinen Mannes“ galten. Die Straße habe damals Holzpflaster gehabt, von ihm scherzhaft „Industrieparkett“ genannt. Dazu zitiert er auch einen alten Reim: In Albersloh sei die „tecke Straße“ aus Holz gebaut gewesen. Berheide verweist auch darauf, dass es in Albersloh früher noch keine Straßennamen gab; die Häuser seien einfach nach Dorf und Nummer bezeichnet worden. Erst Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre sei das Dorf offiziell in Straßen aufgeteilt worden.




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